Preise, Armut und Essen

Im ersten Travel Report versprach ich euch vom indischen Essen zu berichten. Nun bin ich soweit, dass ich sagen kann: ”Ich kenne ein wenig die indische Küche”: Kurz gesagt, sie ist sehr ölig und sehr scharf. Die Firma offeriert zum Beispiel jeweils ein Morgenessen (während der Arbeitszeit!) aber ich verzichte jeweils dankbar. Ich weiss einfach (noch (?)) nicht wie man zum Frühstück z.B. Reis mit Chili essen kann. Da gehe ich jeweils halt nur kurz ein Tee holen und verziehe mich dann zurück an meinen Arbeitsplatz um halt im Netz Schweizerzeitungen zu lesen.
Bis auf 2 Gerichte konnte ich bisher zudem alles als geniessbar bezeichnen. Wie man ein Paan (Google –> Paan oder Betelblatt) als geniessbar bezeichnen kann bleibt mir ein Rätsel. Dafür schmeckt mir das Uttapam sehr gut. Das ist mehr oder weniger eine Indische Pizza. Der Boden besteht aus gestampftem Reis und den Belag kann man jeweils auswählen (Tomaten, Käse, Zwiebeln).
Sehr verbreitet ist auch das Roti. Es ist ein Teig der einfach als flache Scheibe im Öl frittiert wird. Dank dem Roti können die Inder sich auch meinen Namen merken. Ich habe es aufgegeben mich als Reto vorzustellen. Ich sage immer ”Rito” was einfach die englischsprachige Aussprache meines Namen ist. ”Rito” like Roti!
Fast zu allen Mahlzeiten gibt es scharfe Saucen.
Mein Magen hat auch langsam immer wie weniger Probleme mit indischem Essen. Anfangs letzte Woche hatte ich die ganze Zeit leichte Bauchkrämpfe was unter anderem auf das scharfe Essen zurückzuführen war. Nachdem ich ein indisches Allheilmittel genommen habe, war der ganze Spuk vorbei.

Da die Firma für die ich hier arbeite meine Blutgruppe wissen wollte (für den Personalausweis), musste ich halt zum City Labor um einen Test zu machen, da ich bis zu diesem Zeitpunkt nie einen gemacht habe. Zur meiner grossen Überraschung arbeitete der Arzt der mir das Blut abnahm sehr professionell und hygienisch einwandfrei. Die zweite Überraschung folgte sogleich beim bezahlen. Alles inkl. kostete dies Rp. 50 (ca. Fr. 1.30). Ich überlasse euch selber die Schätzung, wie viel dies in der CH gekostet hätte. Hier in Indien muss man sowieso sämtliche Erfahrungen was wie viel kostet vergessen. 1.5 L Cola oder ein Liter Orangensaft kostet nicht viel weniger wie ein Nachtessen in einem Restaurant. Oder anstatt 1 Rolle Toilettenpapier könnte man auch 4,5 kg Bananen kaufen!

Nicht zu übersehen ist in Indien aber die Armut. Familien die am Strassenrand in selbstgebauten Unterständen hausen, sind noch bessergestellt. Viele haben gar kein Dach über den Kopf und schlafen einfach am Strassenrand. Bauarbeiter schlafen in der Regel direkt auf der Baustelle. Als Ausländer (vor allem in Jodhpur) wird man die ganze Zeit von Bettler belagert. Ich habe hingegen aber auch schon von Einheimischen gehört, dass jeder der in Indien arbeiten will, eine Stelle findet. Ich glaube dies zwar weniger aber ich lasse es mal so stehen.

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3 Responses to Preise, Armut und Essen

  1. Zurbi says:

    Jetzt wollte ich doch einmal auf einer Karte dein jetztiger Wohnort suchen, habe diesen leider nicht gefunden. Kennst du einen Link oder kannst du mal beschreiben wo dies genau liegt?

  2. admin says:

    Eine Karte findest du unter http://www.mapsofindia.com/maps/india/india-political-map.htm . Baroda(Vadodara) liegt im Staat Gujarat. Ich habe hier eine 45h-Woche. Start um 8:00 Uhr bis etwa 18:00 mit 1 h Mittagspause. Das mit den Ferien ist eine gute Frage. Muss mal selber nachfragen.

  3. Erunya says:

    Kleiner Kommentar zum Essen: Ich mag das Foto vom Zwiebelschneiden – zeigt, dass du im Gymnasium etwas gelernt hast 🙂

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