AIESEC-Konferenz , Reiseplanung, Kulturschock, Sturm und Diverses

Nach einem Monat schweigen ist es höchste Zeit wieder mal etwas zu schreiben. Der Grund dieser langen Pause ist eigentlich ganz einfach. Ich habe in den letzten 13 Tagen (!) jeden Tag mindestens 10 Stunden gearbeitet. Dafür habe ich aber jetzt 2 mal 1 Woche Ferien. Das ist auch nicht schlecht.

Zuerst muss ich euch wohl mal beruhigen. Ich bin seit dem letzten Travel Report nie mehr krank geworden. Ich hatte auch seitdem nie mehr Durchfall oder ähnliche Übel.

Es ist schon eine weile her als ich an der lokalen AIESEC-Konferenz hier in Baroda teilnahm. Dieser Anlass fand ausserhalb von Baroda an einem wirklich schönen Ort statt. Ich bin aber der Meinung, dass man aus diesem Ort noch viel mehr herausholen könnte, wenn er ein wenig besser gepflegt wäre. Dies ist generell ein Problem hier in Indien. Die Bilder dazu sind wie schon fast immer auf meiner Webpage aber diesmal unter Julias (ein Trainee aus Österreich) Ordner.
Zur Konferenz kann ich eigentlich nicht viel erzählen. Ich fühlte mich aber jeweils “einwenig” zu Alt für ihre Spiele die sie machten. Das wichtigste war aber, dass ich aus der Stadt kam.

Bei mir ist nun definitive das Reisefieber ausgebrochen. Morgen reise ich mit Pia, die ich dann am Flughafen in Mumbai abholen werde nach Goa. Ein Mitarbeiter von Vigorsoft (vielen Dank Gerry) verriet mir einige gute Plätze welche ich dort besuchen sollte. Er selber stammte nämlich von dort. Dazu werden wir dann noch 3 Tage in Udaipur verbringen. Dies ist eine Wüstenstadt mit einem See im Zentrum, welcher aber beinahe ausgetrocknet sei, da es seit 8 Jahren dort nicht mehr richtig geregnet hat …
Am 7. November geht es dann mit Manuela Zingg nach Kerala (ganz im Süden Indien http://www.keralatourism.org/). Für den Hinweg haben wir einen Flug gebucht, aber für den Rückweg nehmen wir den Zug. Dies bedeutet sogleich, dass wir uns auf einen 40h-Zugfahrt vorbereiten können.
Das organisieren der Tickets nach Goa und Udaipur war auch schon eine Geschichte für sich. Ich hatte im Internet alle Zuge und alles herausgeschrieben. Mein Ziel war es, dem Bahnbeamten einfach ein Zettel zu erstellen auf welchem er alles Notwendige selber lesen kann. Doch ich habe wieder nicht mit der Bürokratie hier in Indien gerechnet. Man muss sogar seine Reservierungen schriftlich einreichen aber das auf ihrem offiziellen Formular. Soweit so gut, aber als ich dann alles ausgefüllt hatte und ich endlich beim Schalter an der Reihe war, war es bereits 19:55. Um diese Zeit (offiziell 20:00) kann man keine Reservierungen vornehmen. Das einzige was ich an diesem Abend noch erreichen konnte, war eine Bestätigung, dass ich alle Formulare richtig ausgefüllt habe. Zum Glück Übernahm dann am folgenden Tag einen Freund von mir diese Aufgabe (Vielen Dank noch einmal).
Die Tickets für Kerala hatte ich dann via Internet bestellt, das geht definitiv viel einfacher (solange die Server nicht wie so oft down sind).

Vor 2 1/2 Wochen hatte ich bisher für rund 2-3 Tage die ersten und bisher einzigen Zeichen eines Kulturschockes. Auffallend war einfach, dass ich in dieser Zeit sehr müde war und ich spürte eine ungewohnte Aggressivität in mir. Solange aber dies die einzigen Symptome bleiben, geht es ja noch.

Vor 2 Wochen hatte Baroda auch seinen Lotharsturm. Das Resultat des Sturmes ist eigentlich schnell erzählt. Stadt unter Wasser, ganze Nacht kein Strom, am darauffolgenden Tag dauernd Stromunterbrüche und überall in der Stadt entwurzelte Bäume und heruntergerissene Werbeplakate. Eigenartigerweise hat es den Häusern selber wenig gemacht.

Am Sonntag entstand der Brauch, dass mein WG-Mitbewohner und Sven aus Deutschland zusammen ein europäisches Frühstück machen. Dabei war ich sehr erstaunt, dass Sven eine Büchse „Fisch in Tomatensauce“ auf den Tisch stellte. Er meinte das sei doch ganz normal, dass man Fisch in Tomatensauce einlegt. Auch unser grosser Kanton hat seine Unterschiede zu uns.

Unterdessen habe ich mich mehr oder weniger komplett an das scharfe essen gewöhnt. Mit Ausnahme des Pop Corns, das es gestern im Büro gab, ist mir in letzter Zeit nichts mehr über den Weg gelaufen, dass ich als zu scharf bezeichnen würde. Die anderen Mitarbeiter hatten aber auch ihre liebe Mühe mit dem Pop Corn à la India. Ich frage mich schon wie ich dann das gewöhnliche Essen in der Schweiz bezeichnen werde. Werde vermutlich alles nachwürzen müssen.

Auf einen Tipp hin fand ich auf dem Netz einen genialen Reisebericht eines anderen Trainees, welcher in Pune (Indien) war. Sprachlich und auch inhaltlich ist dieser auf höchstem Niveau:

http://neon.stern.de/kat/beruf/ausbildung/1071571887/18419.html

Liebe Grüsse aus Indien
Reto

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