Delhi, Agra

Hallo zusammen

Eigentlich gehört mein letzter grösserer Ausflug zu jedem Indienbesuch. An meinen vorletzten Weekend (22-24.1.2005) hier in Indien besuchten Sven und ich noch Delhi und Agra mit dem Taj Mahal. Aber alles der Reihe nach. Delhi liegt rund 1000km nördlich von Baroda. So liegt es schon fast auf der Hand, dass wir die Reise per Flugzeug (Jet Airways) unternahmen. Sven’s Fahrer brachte uns daher am Samstag Morgen früh auf den Flughafen damit wir relativ früh in Delhi ankommen können. Dort erwartete uns ein Taxi, welches uns dann den ganzen Tag durch Delhi chauffierte. So mussten wir uns auch nicht um das Programm kümmern da der Chauffeur einfach so das Standardprogramm absolvierte.

Wirklich bemerkenswert waren dabei 2 Orte. Da war zuerst der Tempel der Bahaii. Dieser Tempel in Form einer Lotusblüte überzeugte uns aus 2 Gründen. Da war zum einen die wirklich imposante Architektur des Gebäudes. Als Kühlsystem des Tempels dienen dabei die 7 Teiche rund um den Tempel. Zum anderen waren wir wirklich positiv über das Personal des Tempels samt ihren Weisungen überrascht. Als wir den Tempel betraten kam sofort eine Helferin und erklärte uns folgendes: Die einzige Regel (nebst Barfusslaufen) besteht darin, dass man ruhig ist. Ansonsten steht es jedem frei in diesem Tempel seinen Gott anzubeten. Wenn alle Gläubigen so denken und handeln würden, gäbe es vermutlich keine Religionskriege mehr.

Auch sehr interessant war die Besichtigung des Humayun-Mausoleum. Im Grunde genommen ähnelt dieses Mausoleum dem Taj Mahal mit dem grossen Unterschied dass dieser Anstelle des weissen Marmors ein roter Stein verwendet wurde. Vor dem Mausoleum versuchte und der Gärtner in einer Art von Englisch und die Geschichte dieser Anlage zu erklären. Weder Sven noch ich haben viel verstanden…

Am Abend brachte uns der Taxichauffeur dann zum Hotel wo wie für die nächsten 2 Nächte reserviert hatten. Da aber unterdessen eine Gruppe für mehr als 2 Nächte buchte, wurde unsere Buchung einfach ohne Rücksprache gekündigt. Auch das ist Indien. Nach langem hin und her meinten sie, dass sie uns bei einem befreundeten Hotel unterbringen könnten. Preislich wäre es einwenig teurer. Das wäre uns noch egal gewesen. Als wir aber das Zimmer sahen, lehnten wir dankend ab. Ich war mir ja unterdessen einiges gewohnt, aber dieser Zimmer war einfach nur ein Loch. Das Taxi hatte sich unterdessen natürlich verabschiedet sodass die Suche auf ein Zimmer nun zu Fuss erfolgte.

Zum Glück hatten wir den Lonely Planet dabei sodass wir in relativ kurzer Zeit etwas brauchbares für die nächsten 2 Nächte fanden. Spätestens jetzt muss ich mal das Klima in Delhi erwähnen. Kurz gesagt, im Januar sind die Nächte in Delhi recht kühl. Im Schnitt sind die Nächte im Januar rund 6 Grad kalt. Nur die Zimmer in den teuren Hotels haben eine Heizung. Jedenfalls war es so, dass obschon ich mit viel weniger Kleidung zu Bett ging als Sven viel wärmer als er. Besser gesagt, ich fand es wirklich angenehm und Sven meinte selbst im Militär (= DDR) hatte er nie so kalt wie in Delhi.

Am nächsten Morgen mussten wir relativ früh aufstehen um den Zug nach Delhi zu erwischen. Dort angekommen mussten wir sicherlich 20 mal nein zu Rikshawfahrer sagen da die Distanz zwischen Bahnhof und Taj Mahal in Laufdistanz ist. Unterwegs begleitete uns trotzdem ein Rikshawfahrer in der Hoffnung dass wir gleichwohl noch zu ihm Einsteigen. Beim lösen des Eintrittsticket mussten wir wieder mal feststellen, dass unserer Meinung nach die Korruption in Indien besonders im Taj Mahal schwer grassiert. Sowohl Sven und ich hatten das Residental Permit welches uns erlaubt, touristische Sehenswürdigkeiten zum indischen Eintrittspreis zu besichtigen. Das funktioniert überall ausser beim Taj Mahal. Selbst fast unendliche Diskussionen mit den Officials half da nichts und wir mussten fast das 37fache bezahlen. Nirgendwo ist der Unterschied so gross wie beim Taj Mahal. Begründung: Das Geld wird für den Unterhalt verwendet. Als ich das meinen indischen Freunden erzählte lachten sie darüber… Die beste Lösung betreffend Kaufkraft und Eintrittspreise fand ich übrigens im Fort von Jodhpur. Dort kostet es für den Ausländer das 12.5 fache aber dafür bekommt man ein MP3 ausgeliehen wo einem pro Standort die Sehenswürdigkeit erklärt. Wenn ein Inder auch einen MP3-Player wollte, bezahlte er kaum weniger. Aber zurück zum Taj Mahal. Kurz gesagt, es ist schon wirklich Majestätisch. Sei es der Bau als ganzes als auch die vielen kleinen Details machen dieses Gebäude wirklich sehenswert. Mein direkter Chef bei Vigorsoft erklärte mir, dass dieses Gebäude extrem auf Symmetrie ausgelegt wurde. Dies ging sogar so weit, dass sie durch Firmamente optische Täuschungen korrigierten. Links und rechts vom Taj stehen 2 identische Moscheen. Die eine wird gebraucht. Die zweite steht böse gesagt zur Zirde da. Diese ist nämlich nicht nach Mekka ausgerichtet und deshalb kann sie nicht als Moschee verwendet werden. Sie wird jetzt als Verwaltung gebraucht.

Der Rest dieses Tages ist relativ rasch erzählt. Nachtessen, Rückreise nach Delhi, schlafen.

An unserem 3. und letzten Tag wollten wir noch zu Fuss das Stadtzentrum von Delhi ansehen. Dafür liefen wir noch mit hungrigen Mägen Richtung Jama Masjid. Das ist die grösste Moschee Indiens. Unser Ziel war es unterwegs irgendwo ein Frühstück zu finden. Das gestaltete sich aber ausserordentlich schwierig. Obschon wir nicht mehr betreffend Hygiene heikel sind, fanden wir nichts wo wir keinen Durchfall oder ähnliches riskiert hätten. Schlussendlich kauften wir ein paar Kekse und ein Schokoriegel.

Die Moschee selber ist wirklich riesig. Links und rechts von der Moschee stehen zwei Minarette von denen man(n) eins besichtigen kann. Man heisst in dem Fall: Alle Männer sowie Frauen mit männliche Begleitung. Irgendwo habe ich gelesen dass es Frauen nur Erlaubt ist den Turm zu besteigen, wenn sie in Begleitung des “verantwortlichen männlichen Verwandten” sind. Wie das definiert wird und wer das kontrolliert…

Eigentlich wollten wir an diesem Tag noch das Red Fort, das India Gate und die restlichen Sehenswürdigkeiten besichtigen. Doch leider war alles geschlossen und abgesperrt da am 26.1 der Tag der Republik ist und sie schon für die Feierlichkeiten am aufbauen waren. So schlenderten wir halt durch einen Park in Delhi bis es Zeit war zum Flughafen zu gehen um nach Baroda zurück zu fliegen.

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